Sonntag, 24. September 2023

Shadowrun: Dragonfall - Director's Cut


Soweit ich verstanden habe, war Shadowrun Dragonfall zuerst eine Art DLC für Shadowrun Returns, der dann so beliebt und groß geworden ist, dass ein eigenes Spiel daraus wachsen konnte. Eine gute Entscheidung! Ob es allerdings von mir selbst so eine gute Entscheidung war, Dragonfall so kurz nach Returns anzugehen, habe ich mich zwischendurch schon ein paar mal gefragt.
Keine Frage, dieses Spiel hier ist definitiv besser als das vorherige, aber gleichzeitig ist es wirklich sehr, sehr viel more of the same. Es macht auch überhaupt keinen Sinn, nochmals etwas über die Klassen, die Kämpfe oder die Charaktererstellung zu schreiben, weil sich hier wirklich kaum etwas geändert hat. Selbst die einzelnen Quests, obwohl durchaus größer und nochmal abwechslungsreicher, machen nichts so Bahnbrechendes, dass ich irgendwelche Momente besonders hervorheben müsste. Naja, außer vielleicht der Tatsache, dass man einen Höllenhund zur Seite bekommt, wenn man ihn vorher nur ausreichend gestreichelt hat. :3
Wie auch immer, Shadowrun Dragonfall ist im Prinzip dasselbe Spiel wie Returns mit einigen Zusatzinhalten. Also ja, irgendwie doch wie ein DLC. Aber einer, der alles wirklich sinnvoll erweitert und da kleine Änderungen anstellt, wo sie auch gebraucht werden.

Samstag, 9. September 2023

Raging Loop


Ich habe in meinem Leben schon wirklich viele Runden des Werwolf-Spiels gespielt - online (in schriftlicher Form) und auch im Real Life. Manchmal mehrere Runden hintereinander, manchmal Runden, die 5 Stunden gedauert haben, manchmal Runden mit seitenlangem Charakter-Building, manchmal Runden mit einem veränderten Setting. Und genauso fühlte sich Raging Loop für mich über weite Strecken des Spiels an. Ich habe mich in diese Zeiten zurückversetzt gefühlt, und ich habe es geliebt. 
Das Spiel ist eine Mystery Visual Novel mit Entscheidungen, "Zeitreisen" und einem Flowchart - also quasi mit allen Elementen, die ich sowieso mag. Die Werwolfs-Spielmechanik ist dabei ein Faktor, der das Ganze wirklich auffrischt, zumindest wenn man sich erst einmal mitten ins Geschehen vorkämpft - denn das ganze Prinzip einer Werwolfsrunde wird wirklich im kleinsten Detail wiederholt, und schier ewig erklärt. Ich persönlich mochte das sehr, weil ich halt mit dem ganzen Thema was anfangen kann und neugierig darauf war, wie es für so eine Visual Novel genau umgesetzt werden würde. Außerdem gibt es mythologische Hintergründe für die ganze Sache, die ich auch spannend fand. Ich kann mir aber vorstellen, dass die hohe Menge an Exposition (auch später kommt dies stets wieder vor) manche ermüden könnte. Zum Glück gibt es aber ja auch noch haufenweise andere Gründe, Raging Loop zu mögen. 

Dienstag, 15. August 2023

Magical Vacation


Magical Vacation ist ein JRPG, das nur in Japan erschienen ist, aber einen ziemlich guten englischen Patch spendiert bekommen hat. Trotzdem ist es weitgehend ziemlich unbekannt, dabei wirkt es auf dem Papier eigentlich beinahe perfekt: Das Spiel hat herausstechende, wunderschöne Grafik, ein sehr interessantes Magie-System, das auf Elementen basiert, eine Party mit bis zu 6 Mitgliedern, sowie 15 Charaktere, aus denen man dafür wählen kann, viele Items zum Sammeln, ausrüsten und benutzen (Loot hat immer einen Wert) und Dungeons mit ihren ganz eigenen, kreativen Gimmicks.
Ich wollte Magical Vacation für all das wirklich lieben. Mein Herz weint. Denn ich habe es früh bereits als anstrengend empfunden, gegen Ende hin hätte ich aber eigentlich fast aufgegeben. Würde ich nicht alles durchspielen, und würde ich nicht einfach so dringend wollen, dass das Spiel seine Stärken entfalten kann, hätte ich es definitiv abgebrochen. Dabei hätte es doch so, so viel Positives!

Donnerstag, 20. Juli 2023

Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney


Ich habe vor vielen, vielen Jahren das erste Professor Layton Spiel gespielt - noch bevor ich auf der Backloggery angemeldet war und erst so richtig mit Videospielen losgelegt habe - und fand es ganz nett. Nicht so nett, dass ich die weiteren Teile auch ausprobieren wollte, aber durchaus okay. Deshalb war die Entscheidung, das Crossover mit Phoenix Wright, dessen dritten Teil ich bekanntlich ziemlich vergöttere, zu spielen, ziemlich naheliegend. So richtig vorgestellt habe ich mir aber nicht, wie das Ganze ablaufen soll, und komischerweise war ich dann ziemlich überrascht, wie gut alles ineinander greift.
Ich würde sagen, dass die Atmosphäre des ganzen Spiels deutlich mehr an die Layton Spiele erinnert, während sich das Gameplay von Ace Attorney dafür passender anfühlt. Sicher, Rätsel kann man überall hin platzieren, aber während diese eine Andernanderreihung von unterschiedlichen Puzzles sind, an denen sich Innovationen nicht wirklich feststellen lassen, hat man sich bei den Gerichtsverhandlungen schon echt so einiges überlegt.
Grafisch passt alles meiner Meinung nach nur so semi zusammen, aber ich bin halt auch kein Ace Attorney mit 3D-Einflüssen gewohnt. Bei den Charakteren ist es halt schon manchmal ein wenig seltsam, beide Welten zu mischen, da der Detailgrad der Personen ziemlich unterschiedlich sein kann. Alleine der Professor mit seinem Punkt-Gesicht wirkt neben jedem anderen mit richtigen... Augen ein wenig merkwürdig, vor allem weil es währenddessen Leute wie Gloria gibt, deren Outfit alleine dutzende verschiedene Eigenheiten aufweist. Stören tut das trotzdem nicht, die stimmige Welt, die mysteriösen Geheimnisse und die packende Geschichte täuschen über solche kleinen Schwächen leicht hinweg.

Mittwoch, 21. Juni 2023

The Raven Remastered


Ich hatte mal wieder Lust auf ein richtig schönes Adventure Game. Mit "The Raven Remastered", das eine verbesserte Version des 2013 erschienenen Spiels "The Raven - Legacy of a Masterthief" ist, habe ich zumindest eine nette Detektiv-Geschichte bekommen. Der "Adventure"-Anteil ist zwar definitiv da, aber die Rätsel sind ziemlich straightforward und oft recht simpel. Ich hatte aber das Gefühl, dass dies nicht unbedingt immer ein Mangel an Ideen gewesen wäre, sondern eher zu Gunsten des Plots so gestaltet wurde. Denn dramaturgisch gesehen war ich eigentlich sehr positiv überrascht von dem Ganzen. Inspiriert ist die Story definitiv von Agatha Christie-Romanen - immerhin spielt ein Teil des Spiels im Orient-Express, aber auch in einem Kreuzschiff Richtung Kairo, und schließlich auch dort. Außerdem ist der Protagonist ein älterer Herr, der zwar kein belgischer Detektiv, sondern ein schweizer Polizist ist, aber so ein bisschen ähnlich fühlt sich das Ganze schon an. Für mich aber in positivstem Sinn!