The Princess Is In Another Castle
Vorsicht: Dieser Blog enthält viele Spoiler zu Videospielen, die nicht explizit gekennzeichnet werden!
Sonntag, 6. September 2026
Dragon Age: Origins
Das Schwierigste ist ja oft, mit etwas überhaupt anzufangen. Vor allem wenn es etwas ist, das auch noch viel Zeit kostet. Das gilt für das Schreiben über Dragon Age Origins genauso wie es für das Spielen galt. Ich habe es echt lange vor mich hingeschoben und auf den "richtigen Zeitpunkt" gewartet. Weil zuerst die Erwartungen so hoch waren und es dann irgendwie auch immer mehr in Vergessenheit geriet. Aber ich war in den meisten Fällen ja noch nie besonders schnell damit, Gaming "Bildungslücken" aufzuholen (da lauern auch noch einige in meinem Backlog).
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe endlich Dragon Age Origins gespielt. Und ich weiß jetzt, dass ich Dragon Age 2 oder weitere Spiele der Reihe wohl nicht spielen werde. Das hat zwei völlig gegensätzliche Hauptgründe: Es hat mir zu wenig gefallen, um mich weiteren Brocken des Franchises zu widmen, aber es hat mir gleichzeitig auch zu gut gefallen, sodass ich es nicht ertragen könnte, wenn mein wirklich hart erarbeitetes Friede, Freude, Eierkuchen Ending durch irgendeine weitere Erzählung nicht mehr so gut wäre. ~Alles ist super, wir alle lebten glücklich bis an unser sehr spätes, sehr friedvolles Lebensende....~
Es gibt viel am Spiel zu lieben, das kann ich wirklich nicht abstreiten. Sogar heiß und innig! Aber insgesamt haben mir zwei essenzielle Emotionen aus irgendeinem Grund ein wenig gefehlt, was meine Begeisterung vor allem im Mittelteil schon recht gemindert hat. Aber beginnen wir von vorn.
Samstag, 22. August 2026
Everdeep Aurora
Ich tue mir ja immer ein wenig schwer damit, zu kurzen Spielen eine Bindung aufzubauen. Viele davon finde ich meistens ganz gut und nett, aber nicht ewig erinnerungswürdig – selbst bei Titeln, bei denen ich vielleicht sogar geweint habe oder kurzzeitig geflasht war. Ich brauche anscheinend eine gewisse Zeit, um emotional wirklich nachhaltig etwas für ein Spiel zu empfinden.
Es gibt aber selten auch Ausnahmen, wie zum Beispiel Everdeep Aurora. Das war zwar kein Spiel, das mich gefühlsmäßig in Höhen und Tiefen geschickt hätte, aber mich mit seinem Charme einfach total eingefangen hat.
Der gesamte Stil trieft nur so vor Einzigartigkeit und Charakter, sodass das schon einfach einen riesigen Teil meiner Begeisterung auslöste. Sofort fühlt sich die Welt, in die man eintaucht, interessant an und man möchte sich alles so genau wie möglich anschauen. Die Farben sind monochrom, aber das macht das Setting nicht langweilig oder trostlos (zumindest nicht mehr als es in der doch leicht apokalyptisch angehauchten Spielwelt sein soll), sondern atmosphärisch. Die absolut cool designten NPCs erledigen dann ihr Übriges – man freut sich auf jede neue Begegnung und möchte einfach sehen, was diese unterirdische Umgebung noch alles für Überraschungen zu bieten hat.
Dienstag, 28. Juli 2026
PARANORMASIGHT: The Mermaid's Curse
Ich habe eine Weile lang überlegt, ob es nicht vielleicht Sinn machen würde, Leuten zu empfehlen, The Mermaid’s Curse ohne Vorwissen aus The Seven Mysteries of Honjo zu spielen. Es gibt jetzt wirklich keine relevanten Verbindungen, die der Geschichte einen Mehrwert geben würden, und auch sonst muss man sich von vornherein darüber klar sein: Das zweite Spiel der Paranormasight Reihe (oh hoffentlich kommen noch mehr davon) ist komplett anders als das erste. Zumindest was die Stimmung und auch den Fokus angeht. Vergesst die große Relevanz und den geschickten Einsatz von Flüchen, zumindest für den Großteil der Zeit, und vergesst die vage Erinnerung an leicht unangenehme Szenen des Nachts, in denen man nichts und niemandem trauen kann - und begebt euch dafür auf eine maritime, oft unterhaltsame Entdeckungstour durch jahrhundertealte Inselmythen und Sagen. Ich sage es gleich vorweg, ich fands super. Ich mag den ersten Teil irrsinnig gerne, aber ich mag auch diesen Teil irrsinnig gerne, und teilweise sind die Gründe vielleicht sogar dieselben, aber auf irgendwie völlig unterschiedliche Art und Weise.
Die Charaktere zum Beispiel. Sie sind wieder ausgesprochen liebenswert und lebendig, aber The Mermaid’s Curse zählt nicht auf Unbehagen und Misstrauen, sondern auf Zusammenarbeit, Vertrauen und Informationsaustausch.
Also lasst euch vom Beginn des Spiels ruhig gleich auf die richtige Fährte führen – genau so wird es auch einen Großteil der Zeit über sein – sonnig, lustig und mit einem Shitload an Lore. :D
Dienstag, 30. Juni 2026
Universe For Sale
Universe for Sale habe ich mit der Erwartung gekauft, dass mich ein cozy, leicht esoterisches Spiel erwartet, das sich gemütlich in wenigen Stunden durchspielen lässt. Am zutreffensten war der Punkt mit den wenigen Stunden, und Esoterik enthält die Geschichte definitiv auch… aber „cozy“ ist das letzte Wort, das ich im Nachhinein für das Spiel benutzen würde, und gemütlich ist höchstens die Ausführung des Gameplays, weil man mit der klickenden Hand nicht viel machen muss, mit dem Kopf aber durchaus einiges.
Eine Weile lang habe ich an meinen geistigen Fähigkeiten stark gezweifelt, weil es nicht nur Stellen gab, bei denen ich mich spielmechanisch dumm angestellt habe, sondern ich die Story zu Beginn schon wieder überhaupt nicht verstanden habe. Letzteres gehört aber zum Glück ganz fest zum Spielprinzip und ist Absicht, bis sich alles immer mehr aufdröselt und am Ende Sinn ergibt.
Man braucht also durchaus Konzentration für die Geschichte, die auch alles andere als leichtherzig ist, also würde ich den Begriff "cozy" wirklich eindeutig aus der Beschreibung verbannen.
Mittwoch, 24. Juni 2026
Grim Grimoire Once More
Mit bunt-süßem witchy stuff kann man mich in fast allen Bereichen erreichen. Wer also ein Remaster von einem Spiel macht, das ästhetisch genau in diese Kerbe schlägt, hat schon fast gewonnen. Wenn der Entwickler dann noch Vanillaware heißt, und das Genre nicht "Action" im Namen hat, bin ich an Bord.
Bei Grim Grimoire Once More hätte ich das fast bereut. Hätte ich es aber abgebrochen, hätte ich auch das wahrscheinlich bereut. Ihr seht schon, es war ein schwieriges Unterfangen.
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