Freitag, 5. Juni 2026

Röki


Röki ist eigentlich ein Winterspiel. Hat mich das je schon mal interessiert? Natürlich nicht. 
Aber Spaß beiseite, die besondere Stimmung und Atmosphäre des Spiels sind sein größter Pluspunkt, was nicht heißt, dass es sein einziger ist. 
In einer nicht näher bestimmten skandinavischen Wildnis folgt man einem Mädchen namens Tove auf der Suche nach ihrem Bruder, der am Anfang des Abenteuers verschleppt wird. Dabei gerät man in ein Wunderland der nordischen Folklore, das es zu entdecken und von einer Art Seuche zu befreien gilt. 
Das Setting ist wirklich so toll, dass ich hin und wieder vergaß, dass auch noch durchaus emotionale Geschichten hinter der mystischen Fassade lauern, und manchmal hat das für mich nicht immer komplett funktioniert (immer dann, wenn es um Toves persönliches Trauma ging), aber das Ende hat mich schon durchaus ein paar Tränchen vergießen lassen. Im Endeffekt war es dann genau die richtige Mischung aus lebensnahen, traurigen Situationen und magischer Andersartigkeit. Das alles in Kombination mit durchaus ziemlich abwechslungsreichen Puzzles ergibt ein wirklich besonderes Gesamtpaket. Röki könnte eines meiner Lieblingsadventures sein. Wenn es ein Point & Click wäre.

Montag, 25. Mai 2026

Moon: Remix RPG Adventure


Es fällt mir ein bisschen schwer, diesen Post anzufangen, weil ich so viele Gedanken zu Moon habe, aber es so schwierig ist, überhaupt etwas zu dem Spiel zu sagen. Sicher, es ist sehr speziell, charmant und quirky... aber ich verstehe nicht einmal selbst, was genau man warum macht, sodass ich es kaum beschreiben kann. Am besten stürzt man sich einfach ins Geschehen, und wenn man Spaß daran hat, etwas obskure Dinge selbst herauszufinden und dabei voll auf Planung mit Ingame-Zeit und organischem Tag- und Nachtwechsel steht, wird man ein regelrechtes Juwel vorfinden. 
Moon ist etwas ganz Besonderes, aber es ist alles andere als bequem, und das gehört voll zum Spielprinzip. Quality of Life Features zerstören das komplette Feeling des Spiels, also gibt es sie auch nach all den Jahren bei dieser Neuveröffentlichung auf der Switch nicht. Aber wem das nichts ausmacht, und wer auch auf konventionelles Storytelling verzichten kann, der sollte sich Moon unbedingt ansehen. Am besten gestern als heute oder gar morgen. 

Samstag, 23. Mai 2026

The Awakened Fate Ultimatum


Ich wurde im Jahr 2022 so richtig von The Guided Fate Paradox überrascht. Das recht nischige RPG von NIS hatte mich so sehr überzeugt - hauptsächlich das Gameplay betreffend - dass ich mir alle geistigen Vorgänger und Nachfolger daraufhin besorgt hatte. The Awakened Fate Ultimatum ist Letzteres, und im Laufe der Jahre sind meine Erwartungen doch recht stark gesunken. Ich wusste, dass das Gameplay doch relativ signifikant abgeändert worden war, zumindest genau bei den Sachen, die mich bei Guided Fate Paradox so motiviert hatten. Trotzdem, sicher nicht unter anderem auch wegen der moderaten Spielzeit, habe ich Awalened Fate Ultimatum in meinem Backlog gelassen und kürzlich dann ausprobiert. Und wieder wurde ich positiv überrascht. Ja, es ist schon anders und sicher nicht so suchterzeugend wie der Vorgänger, aber dafür hat es eine Story. Eine ziemlich düstere sogar. Natürlich wird sie hin und wieder vom albernen NIS Charme durchbrochen, aber sie behandelt einen ziemlich sinnlosen, blutrünstigen Krieg zwischen Engeln und Teufeln, und da wird nicht mit Schrecklichkeiten, die so ein Setting mit sich bringt, gespart. Ich war geschockt! Und erfreut. ;0

Dienstag, 28. April 2026

Another Code: Two Memories


Man könnte sich fragen, warum ich Another Code damals gar nie für den DS gekauft hatte. Auf den ersten Blick ist es nicht nur total Meins, es hatte auch durch die Bank gute Rezensionen und schien immer in positiver Erinnerung zu bleiben. So viel ich mitbekommen habe, zumindest. Wahrscheinlich habe ich es nur nie besorgt, weil der zweite Teil für die Wii erschienen ist und ich es somit nicht spielen würde können – das ist schon immer ein erheblicher Grund für mich gewesen, mit einer Reihe gar nicht erst anzufangen.
Nun, dem wurde mit dem Release der Another Code: Recollection für die Switch dann Abhilfe geschafft, und da habe ich auch ohne zu Zögern gleich zugegriffen. Der überraschendste Plottwist bei dem Ganzen (ja, alle Events im Spiel mit einbezogen) ist eigentlich, dass ich gar keinen Antrieb mehr hatte, den zweiten Teil auch zu spielen.
Dabei stellt einem Recollection diese Frage gar nicht, weil es gar keine Auswahl gibt, welches der beiden Spiele man starten möchte – man startet mit Two Memories und der Übergang zu A Journey to Lost Memories ist trotz einem „The End“ Bildschirm fließend, ohne dass man das irgendwie aufhalten könnte. Da hatte ich den Anfang von dem schon gesehen, ohne dass ich es wollte, was für ein Unfug. D;

Montag, 6. April 2026

Master Detective Archives: Raincode


Ooh Master Detective Archives Raincode, oder wenn wir den Titel etwas abkürzen wollen: Perverses Snoozefest 3000. Die Zahl hat keine Bedeutung, es klingt nur ohne sie nicht so fetzig.
Ja, also das war ja wohl mal irgendwie nix. Okay, das stimmt nicht ganz, es gibt einige Elemente im Spiel, die im Vergleich zu Danganronpa (von dem Snoozefest ja so irgendwie ein spritueller Nachfolger ist) merklich verbessert und aufpoliert wurden. Die Minispiele mag ich zum Beispiel deutlich lieber und finde die "Mystery Labyrinths" abwechslungsreicher als die Verhandlungen in den Vorgängern. Ich war auch grundsätzlich positiv überrascht über die Sidequests, die man auf der begehbaren Stadtmap finden kann - und eigentlich auch über die Map an sich, die sich nach und nach öffnet und sehr cool designed wurde (auch wenn sie insgesamt kaum Interaktivität bietet). Die Menge der Charaktere, mit denen man auch tatsächlich Zeit verbringt, ist sehr überschaubar, was der Geschichte die Möglichkeit bietet, sie mehr ins Rampenlicht zu rücken. Es ist auch erfrischend, dass man über den Großteil des Spielverlaufs davon ausgehen kann, dass Sie einem kein Messer in den Rücken stechen, da die Antagonisten von Anfang an klar und nicht Teil der Gruppe sind. All diese Dinge machen Snoozefest aber noch zu keinem spaßigen Spiel, sondern halten es damit gerade noch so über Wasser, damit man es nicht komplett aufgibt.
Ich kann gar nicht bestreiten, dass es durchaus mit Hingabe gemacht wurde, aber anscheinend auch für ein extrem begriffsstutziges, ermittlungsschwaches Publikum – und das ist sicherlich der Hauptgrund meiner Langeweile. Über die anstrengenden, perversen und mysogynen Sprüche/Cutscenes kann man schließlich auch mit der R-Taste skippen.