Samstag, 22. August 2026

Everdeep Aurora


Ich tue mir ja immer ein wenig schwer damit, zu kurzen Spielen eine Bindung aufzubauen. Viele davon finde ich meistens ganz gut und nett, aber nicht ewig erinnerungswürdig – selbst bei Titeln, bei denen ich vielleicht sogar geweint habe oder kurzzeitig geflasht war. Ich brauche anscheinend eine gewisse Zeit, um emotional wirklich nachhaltig etwas für ein Spiel zu empfinden.
Es gibt aber selten auch Ausnahmen, wie zum Beispiel Everdeep Aurora. Das war zwar kein Spiel, das mich gefühlsmäßig in Höhen und Tiefen geschickt hätte, aber mich mit seinem Charme einfach total eingefangen hat.
Der gesamte Stil trieft nur so vor Einzigartigkeit und Charakter, sodass das schon einfach einen riesigen Teil meiner Begeisterung auslöste. Sofort fühlt sich die Welt, in die man eintaucht, interessant an und man möchte sich alles so genau wie möglich anschauen. Die Farben sind monochrom, aber das macht das Setting nicht langweilig oder trostlos (zumindest nicht mehr als es in der doch leicht apokalyptisch angehauchten Spielwelt sein soll), sondern atmosphärisch. Die absolut cool designten NPCs erledigen dann ihr Übriges – man freut sich auf jede neue Begegnung und möchte einfach sehen, was diese unterirdische Umgebung noch alles für Überraschungen zu bieten hat.

Dienstag, 28. Juli 2026

PARANORMASIGHT: The Mermaid's Curse


Ich habe eine Weile lang überlegt, ob es nicht vielleicht Sinn machen würde, Leuten zu empfehlen, The Mermaid’s Curse ohne Vorwissen aus The Seven Mysteries of Honjo zu spielen. Es gibt jetzt wirklich keine relevanten Verbindungen, die der Geschichte einen Mehrwert geben würden, und auch sonst muss man sich von vornherein darüber klar sein: Das zweite Spiel der Paranormasight Reihe (oh hoffentlich kommen noch mehr davon) ist komplett anders als das erste. Zumindest was die Stimmung und auch den Fokus angeht. Vergesst die große Relevanz und den geschickten Einsatz von Flüchen, zumindest für den Großteil der Zeit, und vergesst die vage Erinnerung an leicht unangenehme Szenen des Nachts, in denen man nichts und niemandem trauen kann - und begebt euch dafür auf eine maritime, oft unterhaltsame Entdeckungstour durch jahrhundertealte Inselmythen und Sagen. Ich sage es gleich vorweg, ich fands super. Ich mag den ersten Teil irrsinnig gerne, aber ich mag auch diesen Teil irrsinnig gerne, und teilweise sind die Gründe vielleicht sogar dieselben, aber auf irgendwie völlig unterschiedliche Art und Weise.
Die Charaktere zum Beispiel. Sie sind wieder ausgesprochen liebenswert und lebendig, aber The Mermaid’s Curse zählt nicht auf Unbehagen und Misstrauen, sondern auf Zusammenarbeit, Vertrauen und Informationsaustausch.
Also lasst euch vom Beginn des Spiels ruhig gleich auf die richtige Fährte führen – genau so wird es auch einen Großteil der Zeit über sein – sonnig, lustig und mit einem Shitload an Lore. :D

Dienstag, 30. Juni 2026

Universe For Sale


Universe for Sale habe ich mit der Erwartung gekauft, dass mich ein cozy, leicht esoterisches Spiel erwartet, das sich gemütlich in wenigen Stunden durchspielen lässt. Am zutreffensten war der Punkt mit den wenigen Stunden, und Esoterik enthält die Geschichte definitiv auch… aber „cozy“ ist das letzte Wort, das ich im Nachhinein für das Spiel benutzen würde, und gemütlich ist höchstens die Ausführung des Gameplays, weil man mit der klickenden Hand nicht viel machen muss, mit dem Kopf aber durchaus einiges.
Eine Weile lang habe ich an meinen geistigen Fähigkeiten stark gezweifelt, weil es nicht nur Stellen gab, bei denen ich mich spielmechanisch dumm angestellt habe, sondern ich die Story zu Beginn schon wieder überhaupt nicht verstanden habe. Letzteres gehört aber zum Glück ganz fest zum Spielprinzip und ist Absicht, bis sich alles immer mehr aufdröselt und am Ende Sinn ergibt.
Man braucht also durchaus Konzentration für die Geschichte, die auch alles andere als leichtherzig ist, also würde ich den Begriff "cozy" wirklich eindeutig aus der Beschreibung verbannen.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Grim Grimoire Once More


Mit bunt-süßem witchy stuff kann man mich in fast allen Bereichen erreichen. Wer also ein Remaster von einem Spiel macht, das ästhetisch genau in diese Kerbe schlägt, hat schon fast gewonnen. Wenn der Entwickler dann noch Vanillaware heißt, und das Genre nicht "Action" im Namen hat, bin ich an Bord.
Bei Grim Grimoire Once More hätte ich das fast bereut. Hätte ich es aber abgebrochen, hätte ich auch das wahrscheinlich bereut. Ihr seht schon, es war ein schwieriges Unterfangen.

Freitag, 5. Juni 2026

Röki


Röki ist eigentlich ein Winterspiel. Hat mich das je schon mal interessiert? Natürlich nicht. 
Aber Spaß beiseite, die besondere Stimmung und Atmosphäre des Spiels sind sein größter Pluspunkt, was nicht heißt, dass es sein einziger ist. 
In einer nicht näher bestimmten skandinavischen Wildnis folgt man einem Mädchen namens Tove auf der Suche nach ihrem Bruder, der am Anfang des Abenteuers verschleppt wird. Dabei gerät man in ein Wunderland der nordischen Folklore, das es zu entdecken und von einer Art Seuche zu befreien gilt. 
Das Setting ist wirklich so toll, dass ich hin und wieder vergaß, dass auch noch durchaus emotionale Geschichten hinter der mystischen Fassade lauern, und manchmal hat das für mich nicht immer komplett funktioniert (immer dann, wenn es um Toves persönliches Trauma ging), aber das Ende hat mich schon durchaus ein paar Tränchen vergießen lassen. Im Endeffekt war es dann genau die richtige Mischung aus lebensnahen, traurigen Situationen und magischer Andersartigkeit. Das alles in Kombination mit durchaus ziemlich abwechslungsreichen Puzzles ergibt ein wirklich besonderes Gesamtpaket. Röki könnte eines meiner Lieblingsadventures sein. Wenn es ein Point & Click wäre.